Aktuelle Himmelsereignisse
Neumond (17.04.)
Der Sternenhimmel im zweiten Quartal 2026
Im zweiten Quartal herrscht Ruhe vor dem Sturm. Dieser bricht mit einer Sonnenfinsternis und einer Mondfinsternis im August los. Bis dahin bleibt Zeit, um Merkur, Venus und Jupiter am Abendhimmel zu beobachten.
Merkur am Abendhimmel
Zwischen dem 1. und dem 10. Juni wird Merkur tief über dem Nordwest-Horizont zu beobachten sein. Mit einem Fernglas sollte der sonnennächste Planet zwischen etwa 22:15 Uhr und 22:45 Uhr aufgesucht werden. Da er nicht sehr hoch steht, wird unbedingt eine freie Horizontsicht benötigt. Den Rest des Quartals ist Merkur nicht zu sehen.
Venus und Jupiter
Der eine Planet, Venus, steht näher an der Sonne als die Erde, der andere Planet, Jupiter, steht weiter weg. Trotzdem können beide Planeten im laufenden Quartal zusammen beobachtet werden. Denn Venus wird Jupiter im Juni „überholen“. Dabei stehen beide Planeten am Abendhimmel in Richtung Sonnenuntergang. Aber während Jupiter sich aufmacht, um von der Erde aus gesehen hinter der Sonne entlangzulaufen, nähert sich die Venus der Erde immer mehr an. Sie wird später im Jahr ihre Bahn zwischen Sonne und Erde ziehen. Die Perspektive sorgt nun dafür, dass die nahe Venus sich dem deutlich weiter entfernten Jupiter scheinbar immer mehr nähert. Am 9. Juni „überholt“ Venus Jupiter im Abstand von etwa drei scheinbaren Vollmonddurchmessern.
Um Venus zu beobachten, hat man am 1. April bis 21:44 Uhr Zeit, am 1. Mai bis 23:15 Uhr und am letzten Junitag sogar bis eine Viertelstunde vor Mitternacht. Jupiter wird im Laufe des Quartals zum Planeten des Abendhimmels. Seine Untergänge erfolgen immer früher. Geht er zu Quartalsbeginn noch kurz vor 4 Uhr morgens unter, verschwindet er am 1. Mai schon gegen 2 Uhr unter den Horizont. Am letzten Junitag endet die Beobachtungsmöglichkeit schon gegen 22:45 Uhr.
Mars und Saturn
Beide Planeten sind in diesem Quartal keine Augenweide. Mars kann mit einem Fernglas und etwas Glück Ende Juni in der Morgendämmerung aufgefunden werden. Beste Beobachtungszeit ist dann gegen 4 Uhr, bevor die Dämmerung den Himmel zu sehr aufhellt.
Auch Saturn kann erst ab Ende Mai am Morgenhimmel aufgesucht werden. Am 31. geht der Ringplanet um 3:18 Uhr auf. Da der Planet in den horizontnahen Luftschichten nicht sehr hell leuchtet, sollte zum Auffinden ein Fernglas benutzt werden. Ende Juni geht Saturn schon gegen halb zwei Uhr morgens auf.
Der Sternenhimmel
Mit den Zwillingen und dem Fuhrmann verabschieden sich die letzten Wintersternbilder am Westhorizont. Im Südwesten steht der Löwe mit dem hell leuchtenden Stern Regulus. Darüber, direkt über unseren Köpfen, zieht die Große Bärin und mit ihr auch der Große Wagen seine Bahn. Verlängert man den Bogen der drei Deichselsterne des großen Wagens in Richtung Südost-Horizont, landet man bei einem hellen, rötlich leuchtenden Stern. Das ist Arktur im Sternbild Bootes. Direkt östlich (also links) davon steht ein Halbkreis nicht ganz so hell leuchtender Sterne. Sie gehören zum Sternbild der Nördlichen Krone. Verlängert man den Bogen von Arktur aus weiter gen Horizont, fällt ein weiß-blau leuchtender Stern auf. Dieser heißt Spica und ist der hellste Stern in der Jungfrau. Knapp über dem Süd- und Südwest-Horizont schlängelt sich die Wasserschlange entlang. Das Sternbild besteht aber nur aus schwach leuchtenden Sternen. Es ist daher im lichtverschmutzten Deutschland nur selten zu erkennen.
Im Osten sind mit Herkules, Leier und Schwan schon die ersten Sommersternbilder aufgegangen. Auch die Sterne des Herkules gehören nicht zu den hellsten. Dafür sind in diesem Sternbild aber schon zwei mit dem Fernglas leicht zu beobachtende Kugelsternhaufen zu sehen. Es sind dies M13 und M92. Das M steht dabei für den französischen Astronomen Charles Messier. Dieser hat im 18. Jahrhundert einen Katalog von Nebeln und Sternhaufen erstellt, um sie bei der Suche nach Kometen nicht immer mit diesen zu verwechseln. Die Leier gehört, was ihre Sternenanzahl und ihre Fläche am Himmel angeht, zu den kleinen Sternbildern. Allerdings leuchtet in ihr einer der ganz hellen Sterne, die Wega. Etwas weniger hell leuchtet Deneb im Schwan.
Ist der Nordhorizont nicht aufgehellt, ist dort jetzt die tief stehende Kassiopeia zu beobachten. Ihre hellsten Sterne bilden etwa den Buchstaben W nach. Etwas höher steht ein einzelner, mittelhell leuchtender Stern, der Polarstern.
Vollmond ist am 02.04., am 01.05. am 31.05. und am 30.06. Die dunklen Neumondnächte finden am 17.04., am 16.05. und am 15.06. statt.
Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!
