Aktueller Himmel von AstroViewer

Sternenhimmel über Göttingen

Aktuelle Himmelsereignisse

Saturn in Opposition (04.10.)

Mond bei Mars (05.10.)

Mond bei Jupiter (06.10.)

Pallas (2) in Opposition (Fernglas) (06.10.)

Neumond (10.10.)

Vesta (4) in Opposition (Fernglas) (13.10.)

Der Sternenhimmel im vierten Quartal 2026

Im letzten Quartal des Jahres steht Saturn in Opposition, Merkur erscheint am Morgenhimmel und die Geminiden sorgen für ein Sternschnuppen-Feuerwerk.

Merkur am Morgenhimmel

In der zweiten Novemberhälfte kann Merkur gut am Morgenhimmel verfolgt werden. Ab dem 15. ist der sonnennächste Planet morgens zwischen etwa 6:20 Uhr und 6:45 Uhr zu beobachten. Letzte Beobachtungsmöglichkeit ist der 25. An diesem Tag liegt die beste Beobachtungszeit zwischen etwa 6:30 Uhr und 7 Uhr. Merkur steht während der gesamten Zeit etwas südlicher als Osten, knapp über dem Horizont. Eine frei Sicht dorthin ist also unbedingt notwendig. Ein Fernglas erleichtert das Auffinden. Den Rest des Quartals kann der Planet nicht beobachtet werden.

Venus wird zum Morgenstern

Nachdem uns Venus seit Anfang des Jahres am Abendhimmel den Weg gewiesen hat, ist sie Ende September verschwunden. Sie wandert zusammen mit der Sonne über den Taghimmel. Doch ab Mitte November kann sie am Morgenhimmel wieder aufgesucht werden. Am 15. geht sie um kurz vor 5 Uhr auf, am 1. Dezember schon um kurz nach 4 Uhr. Zu Silvester erscheint sie gegen 4:18 Uhr über dem Horizont.

Mars und Jupiter treffen sich - scheinbar

Mars und Jupiter sind Planeten der zweiten Nachthälfte. Mars geht am 1. Oktober um kurz nach 1 Uhr MESZ auf, am 1. November gegen 23:30 Uhr und an Silvester schon gegen 21:30 Uhr. Für Jupiter lauten die Zeiten: kurz vor 3 Uhr MESZ, gegen Mitternacht, gegen 20:30 Uhr. Doch wie kann es sein, dass Mars im Oktober und November vor Jupiter aufgeht, an Silvester aber erst nach ihm? Der Grund dafür ist, dass von der Erde aus betrachtet Mars Jupiter überholt. Mitte November zieht der Rote Planet am Riesenplaneten vorbei. Der geringste Abstand wird am 15. erreicht. Dann beträgt der scheinbare Abstand nur etwas mehr als zwei Vollmonddurchmesser.

Auch wenn Mars nicht so hell ist wie Jupiter, wird es im Laufe des Quartals immer einfacher ihn zu finden. Seine scheinbare Helligkeit nimmt deutlich zu. Dies ist immer ein Zeichen dafür, dass sich der Rote Planet seiner nächsten Opposition nähert. Diese wird er aber erst am 19. Februar 2027 erreichen.

Auch wenn Jupiter zurzeit noch ein Objekt der zweiten Nachthälfte ist, lohnt es sich für Personen mit einem Teleskop den Planeten und seine vier großen Monde im Auge zu behalten. Es besteht nämlich mehrmals im Monat die Möglichkeit zu beobachten, wie ein Mond den anderen verdeckt, teilweise mit gleichzeitigem Schattenwurf auf Jupiter. Als Beispiel sei hier der 28. Oktober um 0:36 Uhr genannt. Dann bedeckt Ganymed Io und wirft gleichzeitig seinen Schatten auf den Planeten. Doch schon mit einem Fernglas kann der Tanz der vier größten Jupitermonde Io, Europa, Ganymed und Kallisto um Jupiter herum von Tag zu Tag verfolgt werden.

Saturn in Opposition

Am 4. Oktober steht Saturn in Opposition, d. h. der Planet, die Erde und die Sonne stehen in einer Reihe. Das führt dazu, dass der Ringplanet die gesamte Nacht hindurch beobachtet werden kann. Zu diesem Zeitpunkt steht er im Sternbild Walfisch und erreicht um Mitternacht eine maximale Höhe von nicht viel mehr als 40 Grad. Dies ist nicht besonders viel und führt dazu, dass die irdische Atmosphäre dafür sorgt, dass sich der Planet im Fernglas oder Teleskop deutlich hin und her bewegen kann.

In den folgenden Monaten verabschiedet sich Saturn aus der Zeit nach Mitternacht. Geht er am 1. November erst gegen 4:40 Uhr unter, erfolgt sein Untergang am 1. Dezember schon gegen 2:20 Uhr. Zu Silvester verabschiedet sich der Ringplanet bereits gegen halb eins.

Geminiden - viele Sternschnuppen

In der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember erreicht der Sternschnuppenstrom der Geminiden sein Maximum. An vielen Stellen liest man, dass in dieser Nacht bis zu 150 Sternschnuppen pro Stunde zu sehen seien. Doch das ist eher eine theoretische Anzahl, die so genannte zenitale stündliche Rate (engl.: zenithal hourly rate, ZHR). Um überhaupt in die Nähe dieser Zahl zu kommen, müsste eine Person Sterne bis zu einer Magnitude von 6,5 sehen, was nur äußerst selten passiert. Schwäche Sterne kann das menschliche Auge ohne Hilfsmittel nicht erkennen. Zudem muss der Radiant, also der Punkt, von dem scheinbar alle Sternschnuppen herkommen, im Zenit stehen. Außerdem darf sich rings um die Person kein Gebäude oder Wald befinden, die einen Teil des Nachthimmels verdecken. Dies alles wird bei den meisten Sternschnuppen-Beobachtungen nicht erreicht. Deshalb ist die Anzahl der Sternschnuppen, die die Person innerhalb einer Stunde sieht, in der Regel auch deutlich geringer. Wer 70 - 80 Sternschnuppen bei den Geminiden sieht, hat einen guten Standort gewählt und gute Wetterbedingungen gehabt.

Die meisten Sternschnuppen sind kurz vor dem Morgengrauen zu sehen. Dann schauen wir in Fahrtrichtung der Erde auf ihrer Bahn um die Sonne. Den Namen Geminiden hat der Sternschnuppenstrom erhalten, weil seine Sternschnuppen alle aus dem Sternbild Gemini, zu Deutsch Zwillinge, zu kommen scheinen.

Der Sternenhimmel

Jetzt im Herbst wird der Nachthimmel im Süden von einem großen Sternenviereck dominiert. Es sind die Sterne des Sternbilds Pegasus. Nach links oben schließt sich eine kurze Kette aus fast gleich hellen Sternen an. Sie gehören zum Sternbild der Andromeda. Etwas oberhalb dieser Kette steht der bekannte Andromeda-Nebel. Genau genommen ist es kein Nebel, sondern eine Galaxie. Sie ist etwas größer als die Milchstraße, unsere Heimatgalaxie. Abseits der Lichtverschmutzung kann unter einem klaren Himmel die Andromeda-Galaxie sogar mit dem bloßen Auge gesehen werden. Noch etwas weiter östlich folgt der Perseus. Seine hellsten Sterne bilden ganz grob den Buchstaben C nach.

Direkt unterhalb der Andromeda stehen die beiden kleinen Sternbilder Dreieck und Widder. Unterhalb vom Pegasus stehen die durch eine Laichschnur miteinander verbundenen Fische. Da das Sternbild nur aus schwach leuchtenden Sternen besteht, braucht es einen dunklen Himmel, um es zu erkennen. Das Auffinden vereinfacht im Moment Saturn, der nur knapp unter den Fischen im Sternbild Walfisch steht und deutlich heller ist.

Im Westen gehen die letzten Sommersternbilder unter. Während der Adler mit seinem hellsten Stern Atair ganz unter dem Horizont verschwindet, können die hellsten Sterne der Leier und des Schwans Wega und Deneb das gesamte Jahr hindurch beobachtet werden. Allerdings stehen sie am Nordhimmel nur ganz wenig über dem Horizont.

Der Winter kommt, zumindest am Sternenhimmel. Die ersten Wintersternbilder sind schon aufgegangen. Schon recht hoch am Osthimmel steht der Fuhrmann mit der hellen Kapella. Darunter folgt der Stier mit dem rötlich leuchtenden Aldebaran und dem Sternhaufen der Plejaden. Gerade aufgegangen sind die Zwillinge und der Orion. Letzteres Sternbild wird aber erst im Januar am Abendhimmel richtig gut zu sehen sein, so dass auch astronomische Laien auf es aufmerksam werden.

Vollmond ist am 26.10., am 24.11. und am 24.12. Die dunklen Neumondnächte finden am 10.10., am 09.11. und am 09.12. statt.

Viel Spaß beim Beobachten wünscht Ihnen der FPG!